Bildung bei Migrantenkindern – Einstieg in den Beruf

Interkultur Stuttgart
Ausgabe 04/14 auf S. 17 berichtet:

Kooperationsprojekt von Juwelt und der Ashanti Union

Der Einstieg in das Ausbildungs- und Berufsle­ben ist ein oft schwieriger und entscheidender Pro­zess. Jugendliche und junge Erwachsene werden zum ersten Mal vor eine Entscheidung mit langfristigen Konsequenzen gestellt. Die wenigsten haben indes klare Vorstellungen davon, wie es für sie nach der Schule weitergeht. Oft sind sie bei der wichtigen Ent­scheidung auf sich allein gestellt.

Besonders wichtig scheint daher ein fundiertes Konzept professioneller Helfer, das die Entschei­dungsfindung unterstützt und erleichtert. Exakt solch eines haben zwei Stuttgarter Ver­eine auf die Beine gestellt. In drei Treffen haben Juwelt e. V. und die Ashanti Union of Gha­na Stuttgart e. V. einer Gruppe von 15 bis 20 Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, sich ih­rer Interessen, Kompetenzen und Ziele klarer zu werden.

Im ersten Treffen ging es darum, die Jugendlichen mit ihren Potenzialen ver­traut zu machen. In den Räumlichkeiten von Juwelt wurde mit klassischen sozialpädagogische Konzepten versucht, die Jugendlichen herausfinden zu lassen, welche Eigenschaften sie charakterisieren und wie diese in Zusammenhang mit den Ansprüchen des Arbeitsmarkes stehen. So konnten bereits erfolgreich sogenannte „Misfits“ zwischen ei­genen ethischen Werten und Arbeitsmarktrealitäten festgestellt werden.

Im zweiten Treffen wurde ein schöner Kontrast zum sitzenden Seminarismus in der Workshopwelt gefunden. In der offenen Fahrradwerkstatt von Museo in Stuttgart Ost wurden in einem Planspiel rund um das Fahrrad verschiedene berufliche Situationen si­muliert und veranschaulicht. Die Planung einer Fahr­radtour gab dabei einen Ausblick auf Berufe organi­satorischer und kaufmännischer Natur, bei einer Fahr­radinspektion konnten die Jugend­lichen Erfordernisse handwerklicher und technischer Berufe kennenler­nen. Spannend war es zu sehen, ob die Selbsteinschätzungen des er­sten Treffens mit den praktischen Proben des zweiten Treffens in Ver­bindung stehen oder neue Interes­sen entdeckt wurden.

Im dritten Treffen bekamen die Jugendlichen von einem Refe­renten des Jobcenters Möhringen einen Überblick über mögliche Zugänge zum Arbeits­markt. Bewerbungsabläufe wurden geschildert und man konnte erfahren, welche Kriterien Personaler anlegen und mit was für Tricks sie agieren.

Die Rückmeldung der Jugendlichen war durch­weg positiv und es bleibt zu wünschen, dass die wert­vollen Anstöße ein Stück zur gelungenen berufli­chen Findung beitragen können.

 Tilman Weinig